Ich kann nicht schreiben!

Immer wieder höre ich bei Infoabenden oder am Anfang eines Seminars diesen Satz – manchmal so klar ausgesprochen, manchmal auch versteckt in wortreichen Erklärungen. Was ist es, dass erwachsene Menschen derart an sich Zweifeln lässt? Und was kann jede Einzelne dagegen tun?

Der heutige Blogartikel ist der Versuch die Gründe herauszufinden.

Hypothese Nr. 1: Perfektionismus

Viele behaupten von sich nicht schreiben zu können, weil Ihre Texte nicht so geschliffen auf den Punkt formuliert daherkommen, wie sie das in Zeitungen, Blogs oder Büchern lesen. Diese Menschen sitzen noch immer dem Aberglauben auf, dass solche Texte beim ersten Niederschreiben gleich brillant waren.  Angetrieben vom eigenen und/oder übernommenen Perfektionismus quälen sie sich Wort für Wort eines pointierten Textes ab. Statt sich selbst zu erlauben, irgendwas zu schreiben, auch etwas, dass im ersten Niederschreiben holprig ist oder noch keinen Sinn ergibt. In unserer leistungsorientierten Welt glauben wir ALLES SOFORT perfekt können zu müssen. Und übersehen dabei, dass wir nun mal Menschen und keine Maschinen sind. Die manchmal auch was ausprobieren müssen und mehr als einen Versuch brauchen.

Hypothese Nr. 2: Ein mächtiger innerer Kritiker

Kennen Sie die fiese Stimme im Kopf, die Meldungen schiebt wie „Du hälst Dich wohl für sehr schlau, dass Du glaubst darüber schreiben zu können?“ oder „Wen soll das bitte interessieren?‘“ oder „Du schwafelst wieder rum.  Komm zum Punkt!“

Leider erleben wir in unserer Gesellschaft einen nicht sehr freundlichen Umgang mit Texten anderer. Auf vermeintliche Fehler anderer hinzuweisen, hat sich in Österreich regelrecht zum Volkssport entwickelt, so kommt es mir manchmal vor.

Abfällige Kommentare zum eigenen Text haben manche schon in der Schulzeit von wenig feinfühligen Pädagogen gehört. Diese Kommentare sind das Baumaterial und der Nährstoff von immer mächtiger werdenden inneren Kritikern oder Zensoren. Die unter anderem Glaubenssätze wie „Ich kann nichts schreiben“, „Ich kann nicht zeichnen“ oder „Ich bin nicht kreativ“ manifestieren. Und Menschen davon abhalten, dass zu tun, was sie im innersten aber gerne tun würden.

Warum das so ist, darüber schreibe ich in einem der nächsten Blogartikel.

Für heute nur soviel:

Sie können schreiben! Trauen Sie sich Ihre Gedanken zu Papier zu bringen. Für den Anfang mal für sich ganz privat. Der Text muss ja nicht gleich veröffentlicht werden. Aber gönnen Sie sich das Vergnügen 10 Minuten einfach drauf los zu schreiben, um auszuprobieren, wie es wäre, zu schreiben.

Wer will beginnt mit dem Satz: Wenn ich schreiben könnte, würde ich…..

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